Es war eines Tages im März 2011, als ich unverhofft in einem Tierheim war und an zwei Gassigeh-Runden teilgenommen habe und ich am zweiten Tag durch Zufall auf eine armseelige Hundedame gestossen bin.

Ronja war ihr Name. Sie wurde von einem Obdachlosen abgegeben und hatte drei Welpen auf die Welt gebracht. Ihr Zustand war verheerend. Fast hätte man meinen können, es handelte sich um ein Hundeskelett für den Schulunterricht.

So stand sie also am Käfig in der Quarantäne und schaute mich mit ihren traurigen Augen an. Obwohl mein Leben eigentlich keinen Hund zuließ und auch meine weitere Lebensplanung dieses fürs Erste nicht vorgesehen hatte, konnte ich die Nacht darauf nicht schlafen. Noch nicht einmal mein Auto war hundegerecht. Also gingen mir ziemlich viele Dinge durch den Kopf, wie ich es anstellen könnte, dieser tollen Hündin ein zu Hause zu geben. Ich musste zu diesem Zeitpunkt noch drei Tage warten, bis das Tierheim die Laborergebnisse bekam, denn es hätte auch durchaus sein können, dass sie aufgrund einer Krankheit in diesem desolaten Zustand war. Aber es kam die Entwarnung. Bluttechnisch war alles ok. Also war sie lediglich wegen der Trächtigkeit und Mangelernährung so sehr abgemagert. Seither sind etwas über vier Wochen ins Land gezogen. Vier Wochen, in denen ich täglich draussen im Tierheim war und mit ihre je nach Zeit ein bis zwei Stunden spazieren gegangen bin. Befehle kannte sie keine, lediglich setzen konnte sie sich.

Mittlerweile kann sie Fuß laufen, sich auf Handbewegung ablegen, seit heute weiss sie, was zu machen ist, wenn ich sage: Geh ins Körbchen. Sie ist so aufmerksam und wir beide waren von Beginn an ein tolles Team.

Seit heute ist sie nun endlich bei mir und dies obwohl bei mir nächste Woche bereits ein Urlaub gebucht gewesen war. Diesen habe ich aufgrund des Hundes nun storniert (an die Stornokosten darf ich immer noch nicht denken, 50%, diese Halsabschneider). Tja und was soll ich sagen, es ist toll. Sie fühlt sich pudelwohl, freut sich über jeden Menschen, hat sich mit ihrem Platz arrangiert und weiss, wo ihr Wasser und Futter steht. Ich glaube, ich habe selten glücklichere Hundeaugen gesehen.

Auf dem Weg in die Freiheit

 

 

Erstmal baden!

 

 

Der erste Knochen

 

 

Und dann erstmal entspannen

 

 

Wie man sieht, fühlt sie sich sehr wohl und irgendwie erfreut es mich mit Glück, ihr ihre Freiheit wiedergeschenkt zu haben und ihr nun das Hundeleben zu ermöglichen, welches sie sich redlich verdient hat.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an:

Kathi: Danke, dass Du sie genauso in Dein Herz geschlossen hast, wie mich 🙂

Jasmin: Ohne Dich hätte ich dieses liebe Wesen nicht entdeckt.

Simi: Danke für das Auto 😉

Tierheim Daxlanden: Vielen Dank für die tägliche Herausgabe und Entgegennahme und für die vier Wochen Ersatzzuhause. Um die drei Welpen mache ich mir mal keine Sorgen, ich denke, die sind nächste Woche spätestens in gute Hände abgegeben.