Networker – Pest oder Cholera?

Ahhhh, und sie tauchen immer wieder auf. Wie Motten, die vom Licht der Hoffnung auf schnellen Reichtum angezogen werden. Die einen verkaufen Pulver, die anderen Pyramiden. Und alle, wirklich alle, haben sie eines gemeinsam: Sie wollen dir was andrehen.

Früher war’s die Tupperparty, heute sind’s Detox-Tees mit Durchschlaggarantie oder Drinks, die 1,5 Kilo Obst ersetzen sollen. Klar. Wenn ich ein Glas Gummibärensaft trinke, hab ich dann auch ’ne komplette Gemüseplatte intus? Nee, is’ klar.

Das Netzwerk der Ahnungslosen

Leute ohne Ahnung, aber mit zu viel Zeit und einem gesunden Maß an Selbstüberschätzung, bringen Produkte auf den Markt. Dann versuchen sie andere Leute ohne Ahnung davon zu überzeugen, wie „revolutionär“ diese Dinger sind. Damit das alles nicht so auffällt, bilden sie Teams. Da wird „gecoacht“, „gehyped“, „skaliert“ und „gedankt für diese krasse Community“, obwohl keiner weiß, was da überhaupt verkauft wird.

Und dann geht’s los:

  • Insta-Stories mit Tränen in den Augen: „Ich hab mein Warum gefunden.“
  • TikTok-Videos: „Mein Leben hat sich verändert dank MangoFit+“
  • Und LinkedIn-Posts mit „Ich bin so dankbar für dieses Team voller Herzmenschen.“

Herzmenschen. Oh je. Wenn mir einer mit dem Wort kommt, lauf ich rückwärts aus’m Raum.

Das eigentliche Problem?

Es geht nicht um Gesundheit. Nicht um Wohlbefinden. Es geht um Geld. Schnell. Leicht. Ohne Substanz.

Die Ober-Influencer da oben in der Kette, die verdienen. Mit Trainings, mit Lizenzgebühren, mit Provisionsmodellen. Die da unten, die schuften. Für Likes. Für den Traum vom Laptop-Lifestyle. Und wenn sie’s merken, sind sie schon zu tief drin.

Wenn Leute MIT Ahnung…

Und weißt du, was fast noch schlimmer ist? Wenn Leute MIT Ahnung den Mist verkaufen. Weil sie genau wissen, wie sie andere ködern können. Weil sie wissen, wie Marketing funktioniert. Und wie man mit emotionalem Storytelling sogar Oma Ilse ’nen Detoxtee aufschwatzt.

Mein Endgegner?

„Kennst du das auch? Ich hatte Pickel am Po. Aber jetzt trink ich MangoFit+ und mein Hintern glänzt wie bei nem Instagram-Filter.“

Bah. Mach doch bitte einfach die Kamera aus.

Die Krönung?

Diese Sprüche:

  • „Ich will nur helfen.“
  • „Ich hab mich selbst so verändert.“
  • „Es geht mir nicht ums Geld.“

Spoiler: Es geht IMMER ums Geld.

Mein Fazit?

Ich gönn jedem sein Glück. Ich bin auch nicht neidisch. Aber wenn du jemanden brauchst, der dir sagt, dass du MangoFit+ nicht brauchst, dann bin ich gern der Spielverderber.

Denn echte Veränderung kommt nicht aus dem Shaker. Sie kommt von Haltung. Von Arbeit. Und von Menschen, die was auf dem Kasten haben und nicht nur ein Discount-Link in ihrer Bio.